Dienstag, 16. September 2014
3. Tag
Nach einem für Italienische Verhältnisse reichen Frühstück ging es heute erst einmal nach Alberobello... DER SADT... Welch wohl jeder Tourist besucht, welcher nach Apulien reist. Sehr touristisch ging es dann auch zu und her. In den kleinen Trulli, so heissen die hübschen Rundbauten, wurde in jedem Laden lokale Produkte angeboten ( Olivenöl, Wein, Liköre, Marmeladen, handgewebte Leinentücher, mit billiger synthetischer Wolle hangehäkelte Ponchos und Stolas, Keramiken und gedrechselte Nudelhölzer, wenig Lederwaren und Schmuck, meist in Gold oder Silver eingetauchte Blätter der Gegend.). Etwas aggressiv der Verkaufsstil, was ja bei mir grade das Gegenteil bewirkt. so haben wir es dann auch bei einem Set Nudelhölzer belassen. Diese Nutzen wir wenigstens.
Die Stolas waren wirklich schön und überall sah man ältere Frauen fleissig häkeln... Aber eben, diese fürchterliche Wolle..... Und häkeln kann ich auch ganz gut.
Michael hatte schnell genug von dem Treiben und wollte weiter... Ameisen im Schuh....ich bin sicher wir hatten grade mal eigenen Viertel gesehen, aber wenn das Geburtstagskind weiter will, dann geht es weiter.... Eigentlich hatte ich geplant nach Ostuni zu fahren, aber Michael wollte in die Grotten von Castellana www.grottedicastellana.it/de
Wir mussten noch eine 3/4 Stunde auf unseren Einlass warten und verkürzten uns die Zeit mit einem Gelato. Dann ging es in die Tiefen der Erde... Und immer tiefer und hinein...durch kleine und grosse Gänge seltener Schönheit zu neuen riesigen Tropfsteinhöhlen. Wir waren in einer Italienischen Gruppe und konnten so nicht alles, meist gar nichts verstehen. Es war feucht, und eigentlich nur 15-18grad warm. Aber ich hatte sehr bald heiss. Für meine legierten Knie war das ständige auf und ab nicht grade toll und auch die Füsse taten mir weh. da ich an dem Tag nicht geplant hatte in die Grotte zu gehen, hatte ich auch nicht das richtige Schuhwerk dabei, so dass mir die Füsse, die Knöchel und die Knie sie weh taten, dass ich eine schmerztablette nehmen müsste.
Beschreiben kann man so eine Höhlenbesuch nicht wirklich, gerne hätte ich da und dort verweilt, aber die Führerin hatte ein flottes Tempo drauf und so manch einer kam kräftig ins schnaufen, was auch an der feuchten und sauerstoffarmen Luft lag.... Kein Wunder sollten Menschen mit Herzbeschwerden und hohem Bluthochdruck da nicht rein... Fotografieren durfte man leider nur in der ersten Höhle, welche ein Loch in der Decke hatte.
Ich fürchtete schon die ganzen Stufen wieder hochlaufen zu müssen, schlotterten mir doch die Knie schon gewaltig... Meine Physio-tante hätte wohl keine Freude gehabt....aber hinauf ging es per Lift. Was für eine Freude wieder frische Luft und Sonnenschein zu spüren und atmen....auch jetzt merkte man erst, wie das Eingeengt-sein doch die Seele etwas belastete.... Etwas mulmig war einem plötzlich schon zu wissen, das unter einem so viel hohler Raum was und man schaute etwas ungläubig zu den doch recht grossen und massiv gebauten Häusern ringsum...
Wir gingen dann Essen. Der Kellner war Touristen gegenüber nicht grade aufmerksam , ganz anders behandelte er die Italiener, wenigstens das essen war fein.
Danach ging es erst einmal zurück zu unserer Bleibe. Michael wollte kurz Kleider Wechsel und ich nutzte die Gelegenheit für ein ganz kurzen Powernap. Michael hatte wieder Ameisen unter den Füssen und ich schlug vor nach Noci zu fahren... Noci entpuppte sich jedoch als Enttäuschung und wir fuhren weiter nach Locorotondo. Eine hübsch Stadt auf dem Hügel, alles weiss gestrichen und oft mit Blumen geschmückt. Entweder waren wir um 18.00 Uhr jedoch zu früh da, oder die Stadt ist abends mehrheitlich Tod... Die meisten Läden waren geschlossen, die Restaurants machen erst kurz vor 8 auf.
Nach dem üppigen Mittagessen hatten wir jedoch keine Lust mehr gross essen zu gehen... Mein Vorschlag auf dem Rückweg nochmals nach Alberobello zu gehen stiess auf taube Ohren... Michaels Ameisen waren verschwunden, die Luft raus... Er wollte nur noch zurück ins Agriturismo ein Bierchen zischen und ins Bett. Unterwegs deckten wir uns mit Bier, etwas Käse, Proschiuto, Coppa und Salame und Foccacia - gingen zurück und machten ein kleines Picknick ... Der Tag verlief anders als von mir ursprünglich geplant, aber es war spannend, schön, erlebnisreich und ich bin hundemüde.
Darum geht es auch früh zu Bett...gute Nacht.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen