Donnerstag, 18. September 2014

4. und 5. Tag Mamma Mia - was für ein Tag nach einem gemütlichen Frühstück zogen wir los nach Ostuni, die weisse Stadt. leider war das Navigationsgerät auf schnellste Route eingestellt, sodass wir anstadt über Land, wie von mir geplant, hinunter auf die Autostrada gelotst wurden und so etwas von dem schönen Trulliland einbüssten. Dafür wurden wir dann mit einem herrlichen Blick von unten auf die, auf einem Berg tronende Stadt, belohnt. Unterhalb derStadt führten uns Schilder zu einem privaten Parkplatz, der von einer Familie, mit angrenzender Autogarage, geführt wurde. 5 stolze Euros musste man da berappen, um das Auto für 1 stunde oder auch 1 Tag zu parken. Michael war es nicht ganz geheuer bei der Sache. Ich hingegen war von den offiziellen Schildern beruhigt. 250m mussten wir den Berg hinauf gehen und dann nochmals ca. 50m ganz steil hinauf zur Altstadt und zum Torre Nova. Die Stadt ist voller verwinkelter enger Gassen, die einem Labyrinth gleichen. Selbst ich hatte Mühe die Orientierung zu bewahren. Die Häuser waren hoch und fast alle über die Jahrhunderte zig mal mit weisser Kalkfarbe neu angestrichen. Steile Treppen führten nach oben zu Türen, die dann noch mehr Treppen preisgaben, welche wiederum steil zum den nächsten Stockwerken führen. Die meisten Häuser Haben auch Dachterrassen, die zu anderen Dachterrassen führen, was dem ganzen ein arabischen Anstrich gibt. Geschmückt sind die Treppen und Terrassen, die Balkone und Nischen oft mit Blumen und Pflanzen. Oft "wächst" auch mitten aus einem Haus heraus eine Glyzinie oder wilde Rebe...wo die ihr Wurzelwerk haben, bleibt ein Rätsel. Erst scheint auch diese Stadt etwas ausgestorben, doch dann kommen langsam die Touristenläden, und schliesslich enden wir plötzlich auf einem riesigen Platz mit Prachtbauten, kleinen Restaurants und einer riesigen Statue eines Heiligen. Obwohl es doch einige Reisebusse und Touristen in der Stadt hat, merkt man, dass die Hauptsaison zu Ende ist. Alles bleibt überschaubar. Vom Stadtrand hat man einen fantastischen Blick hinunter ans Meer und es ist unglaublich wie viele Olivenbäume es hier gibt. Die Strassen führen oft durch diese hindurch, die Bäume sind alt, knorrig und gross, wie ich noch nie Olivenbäume gesehen hab; nicht in Griechenland, nicht in Spanien, nicht in Ligurien und auch nicht in der Toskana oder Rom. Überall sind die Felder mit kleinen weissen Natursteinmauern eingezäunt, die wohl auch oft uralt sind, dazwischen stehen trulliähnlich kleine steinhäuschen, welche wohl als Lagerraum oder den Landarbeitern, Bauern und Schäfern als Schutz vor einem Gewitter dienten. Ostuni ist sehr beeindruckend, aber wohnen könnt ich da nicht. Alles immer in die Wohnung zu Fuss schleppen? Wie machen die das bloss, wenn jemand ein neues Bett User Schrank bestellt hat? Kein Auto kommt da durch die Gassen... Es zieht uns weiter ans Meer... In Torre Cane finden wir ihn...einen langen schönen Sandstrand... Es hat sogar noch der eine oder andere Sonnenschirm und liegestuhlanbieter offen.... Es weht jedoch ein starker Wind, der nicht wirklich dazu einlädt zu verweilen. Dennoch zieh ich mir meine Badehose an und wir machen einen Spatziergang...und dann muss ich es doch wagen und gehe bis zur Hüfte ins Wasser. Es ist warm und sauber, aber wellig und vom Wind aufgepeitscht. So bleibt es bei diesem ersten, kurzen Vergnügen und wir gehen zum Auto zurück. Danach geht es weiter nach Monopoli. Die Altstadt haben wir fast nicht entdeckt. Dafür hat es Parkplätze genug. Hier scheint auch alles Tod, aber es ist nach ein Uhr und daher wohl alles bei der Siesta. Auch hier ein Labyrinth, das einen ganz kirre werden lässt. Schliesslich wohl eher aus Glück sind wir wieder da, wo wir in die Altstadt eingetaucht sind. Schliesslich setzen wir uns in ein Restaurant und Speisen vorzüglich und geniessen ein Glas Weisswein. Die Stadt wirkt wie eine Piratenstadt, die Menschen darin scheinen auch verwegen, sind aber ganz freundlich. In einigen Gassen roch es nach frischgewaschener Wäsche, Javel und alte Damen sitzen vor dem Haus auf den Treppen und halten ein Schwätzchen. Zu gerne würde ich sie fotografieren, trau mich aber nicht sie zu fragen. Nach dem Essen wäre ich gerne in das Agriturismo für einen faulen restlichen Nachmittag zurück, aber Michael will nun doch noch in das rund 1stündig entfernte Castell del Monte. So fahren wir wieder gen Norden und das Land wird flacher. Um Bari herum, wo die Autostrada voller Löcher IST und Michael flucht, bei jedem geholper. Dann geht es ins Landesinnere, und die Vegetation ändert, immer karger wird die Gegend. Und schliesslich schon von weitem sieht man es, das Castell, das von dem Stauferkönig Friedrich II erbaut wurde und von dem man bis heute noch nicht weiss was für einem Zweck es diente. Es ist achteckig mit acht achteckigen Türmen daran und steht genau in der Mitte zwischen den Pyramiden und irgend einem Bau in Frankreich, es soll nach den Sternen und der Sonne ausgerichtet sein und steht perfekt auf dem Berggipfel. Wie die hier die Steine hinaufgekarrt haben ist doch unglaublich, zumal der Bau wohlb bloss der Machtdemonstration diente. Der Blick rundherum ist grandios und man ist schon in Ehrfurcht, ob dieses prächtigen Baus, dessen Harmonie und Schönheit in seiner Schlichtheit einen ergreifen. (DerbSatzbist nicht ganz richtig, egal, ich lass ihn stehen, denn er spiegelt wieder was einem da so durch den Kopf geht). Die 10 Euro eintrittsgebühr sind jedoch überrissen, den viel zu sehen, gibt es innen drin nicht. Wiederum ca. 1stunde geht es zurück zununserer Bleibe und wir geniessen unser letztes Abendessen dort. Der Cabernet Sauvignon aus Eigenanbau gibt uns den Rest und wir torkeln nur noch müde und kaputt ins Bett. 5. Tag Heute heisst es Abschied nehmen von dem Agriturismo hier. Wieder schleppen wir unsere Koffer und Habseeligkeiten die etlichen Treppchen hinunter und laden unseren kleinen Nissan Micra, der uns bisher mit seinen 3zylindern doch sehr gute Dienste geleistet hat. ca. 2Stunden müssen wir in den Süden und wieder ändert sich die Landschaft. Erst wird es flacher und dann immer karger. Da seh ich doch plötzlich zwei Bauern mit je einem Handpflug und Pferd der das zieht, wie vor hundert Jahren.... Unglaublich.... Danach wird es steinig und wir nähern uns der Küste von Otranto. Wild, karg und steinig ist es hier. Erst bin ich richtig erschrocken, gefällt mir das? Was ist aus den sanften Hügeln geworden, voller grüner Olivenhaine und Rebberge? Hier eine ausgetrocknete grassebene mit Kakteen voller Kaktusfeigen, dazwischen ein Busch... Doch, Dan. Die Küste, Wild, zerfurcht, voller kleiner Buchten und ein tiefblaues Meer, das am Rand oft auch Türkis scheint. Klares Wasser und wieder überall zerfurchter Felsen uns weisse Steine. Auch hier hat es kleine Steinbauten, diese sind jedoch anders in der Form, manche eckig und manche Rund. An der Küste dann alte zerfallene Türme wohl eher aus römischer oder gar späterer Zeit. In der Nähe eines solchen Turmes ist den auch unser nächstes Domizil, das Agriturismo Tenunta Sant Emillion

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